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  News vom: 24.09.2013   |   News weiterempfehlen   |   News drucken   |   zurück zur Übersicht  
  Erster Nachweis des Hundeherzwurms Dirofilaria immitis...

 
 
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fli  loeffler  institut  forschung  stechmücken  parasiten  
... in deutschen Stechmücken

Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), Greifswald – Insel Riems, und des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), Müncheberg, wiesen in einheimischen Stechmücken die Larven mehrerer Mücken-übertragener Fadenwurmarten nach, darunter erstmals den im Mittelmeerraum weit verbreiteten Hundeparasiten Dirofilaria immitis (Herzwurm). Dieser kann zu schweren Beeinträchtigungen von Herz und Lunge bei infizierten Tieren führen.

Der Nachweis von D. immitis gelang gleich zweimal, in Stechmücken aus Baden-Württemberg (Breisgau) und Brandenburg (Havelland). Wie der Erreger nach Deutschland gelangte, konnte nicht festgestellt werden. Während der Nachweis aus Süddeutschland durch eine Einschleppung der infizierten Mücke(n) über den Kraftfahrzeugverkehr aus betroffenen Gebieten Südeuropas erfolgt sein könnte, geht der Fund in Brandenburg mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine lokal erfolgte Infektion der Mücke(n) zurück. Als mögliche Infektionsquelle kommen Hunde in Frage, die aus dem Mittelmeerraum importiert wurden oder den Parasiten von einer Reise ans Mittelmeer mitgebracht haben. Belegt sind diese Vermutungen bisher allerdings nicht.

Die durch die Mücken übertragenen Wurmlarven werden im Wirbeltierwirt geschlechtsreif und geben ihrerseits Larven ins Blut ab, die von Stechmücken beim Saugakt aufgenommen werden können. Im Wirt wandern die ausgewachsenen Fadenwürmer in die Lungenarterien und die rechten Herzkammern ein. In Abhängigkeit von der Infektionsdosis kann es so zu massiven Lungen- und Herzkomplikationen kommen. Infektionen des Hundes mit D. immitis sind in Deutschland bisher nicht bekannt geworden.

Außerdem fanden die Wissenschaftler bei Mücken aus dem nördlichen Oberrheingebiet den Fadenwurm Dirofilaria repens. Erste Hinweise auf das Auftreten dieses Parasiten in Deutschland gab es bereits 2004 und 2007. Auch für D. repens sind Hunde und verwandte Arten (Füchse, Marder etc.) die primären Wirte. Dirofilaria repens verursacht entzündliche Veränderungen der Haut, manchmal auch der inneren Organe, die den Wirt in einen schlechten Allgemeinzustand versetzen können, aber i.d.R. nicht lebensbedrohlich sind.

Der Mensch ist für beide Parasitenarten ein Fehlwirt, in dem die Entwicklung noch vor Erreichen des Reproduktionsalters stoppt. Eine Infektion des Menschen verläuft häufig symptomlos, kann aber zur Bildung von Knötchen im Unterhautbindegewebe, gelegentlich auch in der Lunge und der Augenbindehaut führen, in denen die Parasiten vom Immunsystem eingekapselt werden. Selten treten bei Dirofilaria-Infektionen Hirnhautentzündungen auf.

Dirofilarien breiten sich bereits seit längerer Zeit aus dem Mittelmeerraum allmählich nach Norden aus. Als Ursache hierfür werden Klimaveränderungen und der rege internationale Hundehandel diskutiert. Während lokale Fälle einer D. repens-Infektion zunehmend auch in Mittel- und Osteuropa auftreten, wurden dort bisher nur eingetragene D. immitis-Infektionen beobachtet.
Die Untersuchungen zu Erregern in Stechmücken finden im Rahmen des nationalen Stechmücken-Monitorings statt, welches das FLI und das ZALF seit 2011 in enger Kooperation durchführen.

Quelle: "Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit"
 
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