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  Schmerzen erkennen und behandeln

 
 
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Spike lebt nun schon viele Jahre im Haushalt der Familie Becker. Als Hundebaby war er schmusig und verspielt, als Teenager hat er voller Elan seine Umgebung erkundet. Der ausgewachsene Spike war stets ein treuer, wachsamer Begleiter der Familie. Jetzt, mit Eintritt in die Seniorphase, wird er zusehends ruhiger - und eigenbrötlerisch. Immer häufiger zieht er sich zurück, weicht Berührungen aus. Irgendwie hat sich sein Gesichtsausdruck verändert, er knurrt und winselt scheinbar grundlos - und beim letzten Herumtollen hat er sogar versucht zu beißen. "Spike wird eben alt", meinen die Beckers. Und ahnen nicht, dass ihr vierbeiniger Hausfreund möglicherweise krank ist und Schmerzen hat.

Ob ein Hund Schmerzen hat, ist nicht einfach zu erkennen. Denn zu den natürlichen Schutzmechanismen von Tieren gehört es, Schmerzen möglichst zu verbergen, weil Zeichen von Schwäche in der freien Natur den Tod bedeuten können. Doch die beschriebenen Verhaltensänderungen, die sich oft über einen längeren Zeitraum entwickeln, können Zeichen von Schmerzen sein.

Schon beim ersten Verdacht sollten Tierhalter deshalb sofort den Tierarzt aufsuchen, denn der Schmerz ist häufig ein Indiz für eine schwerwiegende Erkrankung wie beispielsweise Arthrose, Hüftprobleme oder Magen-Darm-Erkrankungen. Die Verhaltens-Warnsignale helfen dem Tierarzt, nicht nur die Krankheit selber, sondern auch Ausmaß und Ursache des Schmerzes zu bestimmen und eine anschließende Schmerztherapie einzuleiten. Mit einem rechtzeitigen Erkennen von Schmerzen lässt sich zudem verhindern, dass aus zunächst akuten im Laufe der Zeit chronische Schmerzen werden. Eine frühzeitige Gabe von Medikamenten verhindert darüber hinaus das Phänomen des sogenannten Schmerzgedächtnisses, bei dem die Patienten auch dann noch unter Schmerzen leiden, wenn sie längst wieder gesund sind. Schmerztherapien können zudem bei älteren und chronisch kranken Hunden die Lebensqualität erheblich verbessern.
Die Gabe von Schmerzmitteln ist auch bei operativen Eingriffen sinnvoll. War man früher der Meinung, dass der Schmerz nach einer OP förderlich ist, weil sich das kranke Tier dann weniger bewegt, weiß man heute, dass schmerzfreie Tiere schneller genesen. Es gilt als wissenschaftlich gesichert, dass sich auch Schmerzen vor der Operation wesentlich auf die Schmerzempfindlichkeit nach der Operation auswirken und daher kontrolliert werden müssen.

Vor allem in den letzten Jahren wurden für Hunde moderne Medikamente entwickelt, die akute und chronische Schmerzen lindern können sowie in hohen Dosierungen und teilweise auch ein Leben lang gut verträglich sind.

Quelle: "BfT"
 
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