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  Tierversuchszahlen für 2012: 3-Millionen-Grenze durchbrochen

 
 
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2012 wurde endgültig eine weitere Schallmauer der Tierqual durchbrochen – erstmalig wurden mehr als drei Millionen Tiere in Tierversuchen „verbraucht“. Dies bedeutet einen erneuten Anstieg, diesmal um fast sechs Prozent. 169.022 Tiere mehr waren es im Vergleich zum Vorjahr, wie aus der Statistik des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hervorgeht. Trotz anders lautender Absichtsbekundungen aus der Politik, Tierversuche eindämmen zu wollen, bleiben seit Jahren konkrete Strategien dafür aus. Nach der aus Tierschutzsicht enttäuschenden Novellierung des Tierschutzgesetzes wurde nun einmal mehr bestätigt, dass sich die Bundesregierung in puncto Maßnahmen für einen Wechsel zu tierversuchsfreier Forschung sträfliche Untätigkeit nachsagen lassen muss.

Im Bereich der Gentechnik zeigt der rasante Anstieg von mehr als 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie exzessiv sich hier mittlerweile der „Tierverbrauch“ gestaltet: über 200.000 Tiere mehr als 2011. Damit sind mittlerweile fast ein Drittel aller verwendeten Tiere gentechnisch manipuliert. Vor allem Mäuse, Ratten und Fische sind hier die Opfer der Wissenschaftler, die wahllos das Erbgut der Tiere verändern. Auch mehr als 160.000 Fische, fast 76.000 Vögel, mehr als 97.000 Kaninchen, 16.310 Schweine, 2.612 Hunde, 1.686 Affen und 863 Katzen mussten für den Forscherehrgeiz und wirtschaftliche Interessen ihren Kopf hinhalten. Selbst für Ausbildungszwecke mussten mehr als 62.000 Tiere, darunter sogar 73 Affen, 44 Hunde, 31 Katzen und mehr als 2.000 Schweine, ihr Leben lassen.

„Seit nun mehr als 10 Jahren haben wir das Staatsziel Tierschutz im Grundgesetz, doch es tut sich einfach nichts. Immer hemmungsloser werden unsere Mitgeschöpfe verbraucht – immer wieder knickt die Bundesregierung vor der Forschungs- und Wissenschaftslobby ein. Anstatt endlich mehr Geld in die Förderung und Entwicklung von Tierversuchsfreien Methoden zu investieren, wird in Deutschland stur weiter auf Tierversuche gesetzt.“, kommentiert Dr. Brigitte Rusche, Leiterin der Akademie für Tierschutz und Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes, die Statistiken.

Lediglich 4 – 5 Millionen Euro stellte die bisherige Bundesregierung jährlich zur Förderung sogenannter „Alternativmethoden“ zur Verfügung. „Im Vergleich zu den Milliarden, die jedes Jahr aus unseren Steuergeldern in Tierversuchsprojekte und immer neue Tierversuchslabore fließen, sind den Wissenschaftlern im Bereich der tierversuchsfreien Forschung durch den Geldmangel die Hände gebunden. Es muss endlich ein Maßnahmenplan mit konkreten Zielen auf dem Weg zu einer Abschaffung von Tierversuchen erarbeitet werden. Wir brauchen mehr Geld, um tierversuchsfreie Methoden zu entwickeln, wir brauchen Lehrstühle, an denen Nachwuchswissenschaftler in diesem Bereich ausgebildet werden können“, so Rusche abschließend.

Quelle: "Tierschutzbund"
 
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