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  FN-Jahrestagung: Qualitätsoffensive in der Zucht starten

 
 
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Prof. Dr. Ernst Kalm: Zuchtverbände müssen enger zusammenrücken

Die aktuelle Situation der deutschen Reitpferdezucht analysierte der renommierte Tierzuchtexperte Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Kalm bei der Jahrestagung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in Celle. Der inzwischen emeritierte Wissenschaftler der Universität Kiel appellierte eindringlich an die der FN angeschlossenen Warmblutzuchtverbände, ihre Zuchtprogramme zu optimieren.

„Was erwartet der Züchter heute von seinem Zuchtverband?“, fragte Prof. Dr. Ernst Kalm gleichsam rhetorisch und hielt in seinem Vortrag den Warmblutzuchtverbänden den Spiegel vor. Anhaltend sinkende Bedeckungszahlen und eine immer stärker werdender Konkurrenz aus dem Ausland machten, so Kalm, heute Beschlüsse nötig, um für die Zukunft gewappnet zu sein. „Wir müssen eine Qualitätsoffensive starten und die Begeisterung für die Pferdezucht wieder steigern.“

Was sich alles nicht optimal entwickelt hat, zeigte Kalm anhand mehrerer Beispiele auf: In Deutschland würden viel zu viele Hengste gekört. Während die Zahl der eingetragenen Stuten und der Bedeckungen abnimmt, bleibt die Zahl der Hengste seit Jahren mit etwa 3.500 auf etwa gleichem Niveau. „Wir kören jedes Jahr 500 Hengste neu bei immer weniger Stuten. Wir dürfen nicht länger nur das Marketing, sondern müssen vor allem die Selektion im Auge behalten.“ Auf einen Zuchthengst kommen rein statistisch gesehen 16 Stuten – im Sinne des Zuchtfortschrittes viel zu wenig. „Was mich maßlos ärgert, ist die Tatsache, dass Hengste eingesetzt werden, die nicht geprüft sind. Junghengste decken mehrere Hundert Stuten, das muss sich zwingend ändern“, forderte der Wissenschaftler.

Die Zuchtziele Leistung, Gesundheit und Exterieur (Funktionalität und Korrektheit des Körperbaus sowie ansprechendes Äußeres) stellen die eine Säule dar, die zweite und wichtigere aber umfasse die Leistungsprüfung, die Zuchtwertschätzung und die gezielte Selektion. „Die Erfolge in der Rinder- und Schweinezucht basieren auf den Zuchtwertschätzungen. Nutzen Sie diese auch in der Pferdezucht“, appellierte Kalm an den Beirat Zucht. Kritik äußerte der Referent auch an der ungenügenden Zahl der leistungsgeprüften Zuchtstuten. Nur etwa 40 Prozent hätte eine Prüfung abgelegt. Ergebnisse von gesundheitlichen Untersuchungen der Zuchtstuten werden nirgends registriert und sind somit nicht bekannt. Kalm: „Auch bei den Stuten brauchen wir eine Qualitätsoffensive, die klinische Untersuchungen und Röntgenaufnahmen einschließt.“

Ein fast schon tabubelastetes Thema seien Erbfehler in der Pferdezucht. Es fehle eine systematische Erfassung. „Mancher gesundheitliche Schaden bei jungen Pferden wird einfach abgetan als Aufzuchtfehler, eine Untersuchung aber wäre dringend nötig.“ Die Abgangsanalysen der Versicherungen beweisen, dass 60 Prozent der Pferde aufgrund irreparabler Schäden am Bewegungsapparat untauglich geschrieben werden. Der Kieler Professor betonte: „Die Forderung besteht seit rund 20 Jahren. Richten Sie eine Gesundheitsdatenbank für Zuchtpferde ein!“

Auch die genomische Selektion, also DNA-basierte Züchtungsmethoden, müsse stärker in die Zucht einfließen: Sie kann die Integrierte Zuchtwertschätzung um wertvolle Hinweise erweitern und deutlich früher etwa eine Veranlagung oder gesundheitliche Risiken darstellen.

Eindringlich ermahnte Prof. Dr. Ernst Kalm die Zuchtverbände, stärker zusammenzurücken und gemeinsam den Herausforderungen zu begegnen.

Quelle: "fn-press"
 
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