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  News vom: 18.07.2016   |   News weiterempfehlen   |   News drucken  
  Das Mienenspiel der Pferde: Mensch und Pferd ähneln sich

 
 
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klabunde  aid  pferde  
Ohren anlegen, Nüstern blähen, Zähne blecken – Pferde verfügen über ein vielfältiges und komplexes Mienenspiel, wenn sie beispielsweise mit Artgenossen kommunizieren. Obwohl in früheren Studien die Mimik von Pferden vor allem in einem spezifischen Kontext untersucht wurde (bspw. Schmerz), steht bis jetzt keine Methode zur Verfügung, die alle möglichen Gesichtskonfigurationen umfassend
dokumentiert. Ein Wissenschaftlerteam aus Großbritannien hat diese wissenschaftliche Lücke geschlossen und ein „System zur Kodierung der Bewegungen im Pferdegesicht“ entwickelt – und dabei noch eine erstaunliche Übereinstimmung zum Menschen festgestellt.

Die Wissenschaftler um die Tierverhaltensforscherin Jennifer Wathan von der britischen Universität Sussex haben die Gesichter von 86 Stuten und Hengsten unterschiedlichster Rassen analysiert und alle Gesichtsausdrücke akribisch erfasst. Die systematische Methodik zur Identifizierung und Kodierung der Pferdemiene auf Basis der zugrunde liegenden Gesichtsmuskulatur, das „Equine Facial Action Coding System (EquiFACS)“, wurde mit Hilfe von Videoaufzeichnungen erstellt.

Besonders auffällig an dem Ergebnis der Studie ist das große Mimik-Repertoire der Vierbeiner. Insgesamt 17 unterschiedliche Variationen wurden beim Pferd nachgewiesen – und das ist nicht wenig. Denn nur der Mensch, der gemeinhin als das Tier mit der größten Vielfalt an mimischen Gesten gilt, kommt auf mehr – nämlich 27 – sichtbare Bewegungen an der Gesichtsoberfläche. Selbst Katzen (21), Hunde (16), Orang-Utans (15) und Schimpansen (13) können da nicht mithalten.

Der Grund für die Unterschiede in der Anzahl der verfügbaren „Action Units“ findet sich in der Anatomie: So können viele Tiere – mit Ausnahme von Schimpansen oder Menschen – unter anderem die Stellung der Ohren verändern. Bisher galt unter Wissenschaftlern die These, je weiter entfernt die Verwandtschaft mit dem Menschen, desto reduzierter sei die mimische Ausdrucksfähigkeit einer Tierart.

Überrascht zeigten sich die Wissenschaftler von der Übereinstimmung der Bewegungseinheiten im Gesicht von Mensch und Pferd. In einigen Fällen erzeugen Pferde einen optisch vergleichbaren Eindruck.

Jede individuelle Bewegungseinheit wurde codiert und beschrieben. Aus dem Englischen übersetzt, tragen diese nun Bezeichnungen wie „Ohrflachmacher“, „Lippen-in-die-Ecken-Zieher“ und „Innerer Augenbrauenheber“.

Eine solch objektive Beschreibung der Pferdemiene wird künftig vor allem in der Verhaltensforschung eine Rolle spielen.

Quelle: "Anke Klabunde, www.aid.de"
 
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