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  News vom: 01.09.2015   |   News weiterempfehlen   |   News drucken  
  Antibiotika in der Landwirtschaft

 
 
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dr.  margit  ritzka,  www.aid.de  antibiotika  in  der  landwirtschaft  schweine  
Prognoseverfahren zur Erkennung und Bewertung von Umweltrisiken

In der Nutztierhaltung werden laut Umweltbundesamt ca. zwei- bis dreimal so viele Antibiotika verabreicht wie in der Humanmedizin. Ein Großteil der Wirkstoffe wird dabei unverändert wieder ausgeschieden. Über die Gülledüngung oder bei der Weidehaltung gelangen sie in den Boden und ins Grundwasser.

Umfassende Daten zum Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung gibt es bisher kaum, weshalb eine Abschätzung der resultierenden Umweltbelastung nur für wenige Regionen in Deutschland möglich ist. Allerdings müssen Tiermastbetriebe seit 2014 alle Antibiotikagaben regelmäßig an die zuständigen Behörden melden, sodass in Zukunft eine deutlich verbesserte Umweltbewertung möglich werden könnte. Wissenschaftler der Leuphana Universität Lüneburg haben nun ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die Vorhersage der regionalen Umweltbelastung durch Antibiotika aus der Nutztierhaltung stark vereinfachen lässt.

Basierend auf verschiedenen Studien über den Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft modellierten sie sogenannte Verbrauchsmuster. Aus diesen lassen sich mit geringem Aufwand die in der Gülle zu erwartenden Antibiotikakonzentrationen für jeden angewendeten Wirkstoff abschätzen. Die als Dünger ausgebrachte Güllemenge auf den Feldern erlaubt so Rückschlüsse auf die zu erwartende Belastung der Böden durch Antibiotika in einer Region. Nähere Untersuchungen für Wirkstoffe mit einem hohen prognostizierten Risiko können dann gezielt eingeleitet werden.

Für eine Fallstudie für Nordwestdeutschland, die gerade im Journal Chemosphere erschien, verwendeten die Wissenschaftler um Jakob Menz Daten aus zwei Untersuchungen des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Diese beruhten auf Daten aus den Jahren 2007 bis 2011. Dabei zeigte sich im Modell, dass in der betreffenden Region bereits bei Annahme einer durchschnittlich häufigen Anwendung von Antibiotika Umweltwirkungen nicht ausgeschlossen werden können. Darüber hinaus wurde in einem Worst-Case-Szenario für 14 Wirkstoffe eine potenziell umweltgefährdende Konzentration im Boden vorhergesagt.

Zwar ist die absolute Menge an verabreichten Antibiotika in der Landwirtschaft zwischen 2011 und 2014 um 28 Prozent zurückgegangen. Die eingesetzten Mengen einzelner Wirkstoffe haben sich jedoch gerade im Bereich der auch für die Humanmedizin relevanten hochwirksamen Reserveantibiotika teils so gut wie gar nicht verändert. Belastungsspitzen sind daher nach wie vor möglich. Das zeigt die Dringlichkeit entsprechender Risikoabschätzungen unter Verwendung von aktuellen Daten zum regionalen Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung.

Die Folgen von Antibiotika in Boden und Grundwasser könnten gravierend sein. Sie fördern möglicherweise die Entstehung und Ausbreitung multiresistenter Erreger. Zwar fanden sich in Untersuchungen des BfR in Ställen deutlich andere multiresistente Bakterienstämme als in Kliniken. Multiresistenzen beim Menschen werden demnach in erster Linie durch starken Antibiotikaeinsatz in der Humanmedizin erzeugt. Der Einfluss der Wirkstoffe aus der Landwirtschaft auf die Mikroorganismen des Bodens ist jedoch nicht minder problematisch. Durch eine Veränderung der Zusammensetzung der Mikroflora können sie einen Rückgang der Bodenfruchtbarkeit verursachen. Daher sollte die Antibiotikagabe in der Nutztierhaltung so gering wie möglich gehalten werden.

Den optimalen Ansatz sieht Professor Dr. Andreas Hensel, der Präsident des BfR, tatsächlich direkt im Tierstall. In einem Interview mit der Zeitschrift VetImpulse sagte er kürzlich, ein wesentlicher Punkt zur Verminderung von Antibiotikagaben bei Nutztieren seien die Verbesserungen der Haltungsbedingungen, sodass die Tiere seltener erkranken.

Weitere Informationen:
www.leuphana.de/news/meldungen-forschung.html

Quelle: "Dr. Margit Ritzka, www.aid.de"
 
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