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  News vom: 18.05.2016   |   News weiterempfehlen   |   News drucken  
  Fleischersatz – keine Idee des 21. Jahrhunderts

 
 
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gesellschaft  deutscher  chemiker  idee  
Klimawandel, Gewässerbelastung, Gesundheit – es gibt viele Gründe, weniger Fleisch zu essen und auf Ersatzprodukte wie Quorn zurückzugreifen. Die ersten Ideen, einen Fleischersatz zu entwickeln, entstanden allerdings schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Darüber und über Quorn berichten die Nachrichten aus der Chemie.

Im Jahr 1910 hatte der deutsche Agrarchemiker Max Delbrück die Idee, einen Fleischersatz aus Brauereiabfällen herzustellen. Dieser sollte preiswert und proteinreich sein. Im ersten Weltkrieg ruhte die Forschung. Erst die Nationalsozialisten griffen Delbrücks Idee auf. In dieser Zeit kam in Deutschland ein leberwurstähnliches Produkt auf den Markt, das mit der Sulfitablauge der Zellstoffproduktion hergestellt wurde. Es hatte allerdings Nebenwirkungen und wurde deshalb schnell wieder vom Markt genommen. Dennoch forschten NS-Wissenschaftler weiter – und nutzten Häftlinge in Konzentrationslagern als Probanden.

Der Durchbruch gelang aber nicht den Deutschen, sondern den Briten in den 1980er Jahren. Seit längerer Zeit war die Sorge wieder groß, die rasant wachsende Weltbevölkerung nicht ernähren zu können. Die Forscher der Firma Rank Hovis McDougall fanden einen Mikroorganismus, der aus Stärke ein faseriges, proteinhaltiges Produkt herstellt: Fusarium venenatum PTA 2684. Im Jahr 1985 kamen die ersten fleischähnlichen Produkte aus diesem Pilz in Großbritannien auf den Markt. Seit 1990 werden sie Quorn genannt, und seit 2012 gibt es sie auch in Deutschland zu kaufen.

Wie Quorn dem Treibhauseffekt entgegenwirkt und warum es wünschenswert ist, Quorn in Asien zu verkaufen, berichtet Michael Groß in „Mykoprotein als Fleischersatz“. Die PDF-Datei des Beitrags gibt es bei der Redaktion der „Nachrichten aus der Chemie“ unter nachrichten@gdch.de.

Nahezu 60.000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den „Nachrichten" über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte, das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen sowie der große Stellenmarkt.

Quelle: "Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V."
 
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